Widerstands-Farbcode
4,7 kΩ ±5 %
Du hältst einen bedrahteten Widerstand in der Hand und willst wissen, welchen Wert er hat. Die Farbringe verraten es, wenn du die Tabelle im Kopf hast. Der Rechner nimmt dir das Nachschlagen ab: Du wählst die Farben Ring für Ring aus, die Zeichnung färbt sich mit, und darunter steht der Wert samt Toleranz. Bei sechs Ringen kommt der Temperaturkoeffizient dazu. Wie der Code aufgebaut ist und wie du die Leserichtung erkennst, erklärt der Grundlagenartikel Widerstands-Farbcode.
So rechnet der Rechner
Die ersten Ringe sind Ziffern, danach folgt der Multiplikator. Aus beiden ergibt sich der Nennwert in Ohm:
| Ringe | Bedeutung der Ringe |
|---|---|
| 4 | 2 Ziffern, Multiplikator, Toleranz |
| 5 | 3 Ziffern, Multiplikator, Toleranz |
| 6 | 3 Ziffern, Multiplikator, Toleranz, Temperaturkoeffizient |
Die Ziffern 0 bis 9 laufen von Schwarz über Braun, Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett bis Grau und Weiß. Der Multiplikator ist eine Zehnerpotenz mit derselben Farbe: Rot heißt mal 100, Orange mal 1000. Gold und Silber stehen für mal 0,1 und mal 0,01 und kommen bei Werten unter 10 Ω vor. Die Toleranzen und Temperaturkoeffizienten folgen der Norm IEC 60062, die vollständige Tabelle steht im Grundlagenartikel.
So benutzt du ihn
- Wähl oben, wie viele Ringe dein Widerstand hat: 4, 5 oder 6.
- Stell in den Auswahlfeldern die Farben in Leserichtung ein, also vom Ende, an dem die Ringe dicht beieinander beginnen. Der abgesetzte Toleranzring gehört nach rechts.
- Lies das Ergebnis unter den Feldern ab.
Jedes Feld bietet nur die Farben an, die an dieser Stelle erlaubt sind. Die erste Ziffer kann nicht Schwarz sein, Gold und Silber gibt es nur als Multiplikator und Toleranz. Das hilft schon beim Erkennen der Leserichtung: Steht an einem Ende ein goldener Ring, fängst du am anderen an.
Achtung: Wechselst du die Zahl der Ringe, behält jedes Feld seine Farbe. Bei einem Wechsel von vier auf fünf Ringe rutscht der bisherige Multiplikator auf die dritte Ziffer. Prüf deshalb nach dem Umschalten alle Felder.
Beispiel
Beim Öffnen steht ein Widerstand mit vier Ringen da: Gelb – Violett – Rot – Gold.
4,7 kΩ ist ein Wert aus der E-Reihe E12, das passt gut zur Toleranz von 5 %. Ergibt deine Ablesung einen Wert, den es in keiner Reihe gibt, hast du wahrscheinlich falsch herum gelesen. Den nächsten Normwert zeigt dir der Rechner Normwert finden.
Praxis und typische Fehler
- Farben unter Kunstlicht. Rot und Orange, Braun und Rot sowie Blau und Grau sehen sich unter warmem Licht sehr ähnlich. Lies bei Tageslicht oder mit einer neutralweißen Lampe.
- Blauer Grundkörper. Metallschichtwiderstände sind oft hellblau. Das verfälscht vor allem Grün, Blau und Grau.
- Hochspannungswiderstände. Hier stehen Gelb für ±5 % und Weiß für ±10 %, weil Metallpigmente in Gold- und Silberlack stören könnten. Der Rechner kennt diese Sonderregel nicht.
- Ein einziger schwarzer Ring. Das ist kein Widerstand, sondern eine Drahtbrücke mit 0 Ω.
- Eingebaut gemessen. Willst du die Ablesung mit dem Multimeter prüfen, löte mindestens ein Bein aus. Parallele Bauteile in der Schaltung verfälschen sonst die Messung, siehe Widerstand messen.
Der Temperaturkoeffizient sagt, wie stark sich der Wert mit der Temperatur ändert. 50 ppm/K bedeuten bei 40 K Erwärmung eine Änderung um 0,2 %. Für die meisten Schaltungen spielt das keine Rolle, für Messverstärker und Referenzen schon.
SMD-Widerstände tragen keine Ringe, sondern Zifferncodes wie „472“ oder „01C“. Wie du sie liest, steht unter SMD-Codes. Wie Toleranzen eines Widerstands in eine Schaltung eingehen, zeigt der Spannungsteiler-Rechner.
Häufige Fragen
- Was bedeutet ein Widerstand mit nur drei Ringen? Zwei Ziffern und Multiplikator, die Toleranz fehlt. Das steht für ±20 %. Stell im Rechner vier Ringe ein und ignoriere die Toleranz.
- Warum haben 1-%-Widerstände fünf Ringe? Bei 1 % gibt es Normwerte mit drei Stellen, etwa 4,75 kΩ aus E96. Dafür reichen zwei Ziffernringe nicht.
- Woran erkenne ich die Leserichtung bei fünf Ringen? Der Toleranzring ist meist abgesetzt oder breiter. Bei 1 % ist er braun, aber Braun kann auch eine Ziffer sein. Im Zweifel ergibt nur eine der beiden Richtungen einen Normwert.