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Kennzeichnung von Z-Dioden

Z-Spannung, Toleranz und Leistung am Typ ablesen: BZX-Namen mit V als Komma, die nummerierten 1N47xx-Reihen, SMD-Kürzel und das Nachmessen unbekannter Z-Dioden.

6 Min. LesezeitZ-Diode KennzeichnungZenerdiode AufdruckBZX79BZX55

Eine Glasdiode mit dem Aufdruck „C5V1“, eine schwarze Diode mit „4733A“, ein SMD-Chip mit zwei Zeichen – alle drei können dieselbe 5,1-V-Z-Diode sein. Anders als bei gewöhnlichen Dioden steckt bei Z-Dioden die wichtigste Eigenschaft, die Z-Spannung, oft direkt im Namen. Wie du sie herausliest, hängt vom Bezeichnungssystem ab. Die Grundregeln für Kathodenring und Pro-Electron-Buchstaben stehen unter Kennzeichnung von Dioden; hier geht es um das, was bei Z-Dioden dazukommt.

Europäische Typen: Die Spannung steht im Namen

Bei Z-Dioden nach Pro Electron folgt auf die Baureihe ein Toleranzbuchstabe und dann die Z-Spannung. Ein V ersetzt das Komma, bei ganzen Zahlen ab 10 V entfällt es:

Typbezeichnung BZX79-C5V1 zerlegt in Silizium, Z-Diode, Baureihe, Toleranz und Spannung
BZX79-C5V1: Silizium-Z-Diode der Reihe X79, Toleranz ±5 %, Z-Spannung 5,1 V.
  • BZX79-C5V1: 5,1 V, ±5 %
  • BZX55C3V3: 3,3 V, ±5 % (manche Hersteller schreiben ohne Bindestrich)
  • BZX84-B12: 12 V, ±2 %
  • BZX85C24: 24 V, ±5 %

Der Toleranzbuchstabe folgt einem festen Schema:

BuchstabeToleranz der Z-Spannung
A±1 %
B±2 %
C±5 %
D±10 %

Die Spannungen selbst folgen fast immer der E24-Reihe: 3,3 – 3,6 – 3,9 – 4,3 – 4,7 – 5,1 – 5,6 – 6,2 – 6,8 – 7,5 – 8,2 – 9,1 – 10 – 11 – 12 V und so weiter. Werte außerhalb dieser Reihe sind selten.

Aus der Baureihe liest du Gehäuse und Leistung ab – allerdings nur, wenn du die Reihe kennst:

BaureiheGehäuseLeistung, typisch
BZX55, BZX79DO-35 (Glas)0,5 W
BZV55MiniMELF (SMD, Glas)0,5 W
BZX85DO-411,3 W
BZT52SOD-1230,4–0,5 W
BZX384SOD-3230,3 W
BZX84SOT-230,25–0,3 W

Amerikanische Typen: Nummern statt Spannungen

Bei den JEDEC-Typen mit der Vorsilbe 1N steht die Spannung nicht im Namen. Die Z-Dioden sind aber in zusammenhängenden Reihen registriert, in denen die Nummer mit jedem Schritt eine Spannungsstufe weiterzählt:

  • 1N4728 bis 1N4764 (1 W, DO-41): beginnt bei 1N4728 mit 3,3 V und folgt dann der E24-Reihe bis 100 V. 1N4733 ist 5,1 V, 1N4742 ist 12 V.
  • 1N5221 bis 1N5267 (0,5 W, DO-35): beginnt mit 2,4 V; einige Zwischenwerte wie 2,5 V, 2,8 V, 6,0 V und 8,7 V sind zusätzlich eingeschoben. 1N5231 ist 5,1 V, 1N5242 ist 12 V.
  • 1N5333 bis 1N5388 (5 W, größeres Axialgehäuse): beginnt mit 3,3 V.
  • Die älteren Reihen 1N746 bis 1N759 und 1N957 bis 1N992 (0,4–0,5 W) folgen demselben Prinzip mit eigenem Startwert.

Der Buchstabe hinter der Nummer bezeichnet auch hier eine Toleranz, aber nicht nach einem einheitlichen Schema: Bei der 1N4728A und der 1N5231B steht er jeweils für ±5 %, ohne Buchstabe kann eine ältere Ausführung mit ±10 % gemeint sein. Was gilt, steht im Datenblatt der jeweiligen Reihe.

Aufdrucke am Bauteil

Auf dem Gehäuse ist selten Platz für die volle Bezeichnung. Typisch sind diese Kürzungen:

  • Glasdioden (DO-35, MiniMELF): nur Toleranz und Spannung, etwa „C5V1“, oder die verkürzte Nummer wie „5231B“. Bei sehr kleinen Glasgehäusen manchmal Farbringe.
  • Kunststoffdioden (DO-41): Nummer ohne „1N“, etwa „4733A“, oft mit Herstellerlogo.
  • SMD (SOD-123, SOD-323, SOT-23): nur ein zwei- bis dreistelliges Kürzel. Es gilt nur für diesen Hersteller und dieses Gehäuse und ist ohne Codetabelle wertlos (siehe SMD-Codes).
Z-Dioden im DO-35 mit Aufdruck C5V1, im DO-41 mit 4733A und im SOD-123 mit einem zweistelligen Kürzel
Drei Aufdrucke für dieselbe Aufgabe: Glasdiode mit Spannung, Kunststoffdiode mit Nummer, SMD nur mit Kürzel. Was das SMD-Kürzel bedeutet, verrät erst die Codetabelle des Herstellers.

Unbekannte Z-Diode nachmessen

Ist der Aufdruck abgerieben oder kryptisch, misst du die Z-Spannung einfach nach. Du brauchst ein Netzteil, das sicher über der vermuteten Spannung liegt, einen Vorwiderstand und ein Voltmeter. Die Diode kommt in Sperrrichtung hinein, Kathodenring zum Pluspol.

Messschaltung: 24-V-Quelle, Widerstand 4,7 kΩ, unbekannte Z-Diode mit Kathode nach oben, Voltmeter parallel, Strom etwa 4 mA
Der Vorwiderstand begrenzt den Strom auf wenige Milliampere; das Voltmeter zeigt die Z-Spannung.

Weil Z-Dioden mit kleiner Spannung einen weichen Knick haben, misst du bei sehr kleinem Strom etwas zu wenig. Für einen genauen Wert nimmst du den Strom, den das Datenblatt angibt (meist 5 mA bei 0,5-W-Typen). Wie Strom und Vorwiderstand zusammenhängen, kannst du mit dem Rechner Zener-Stabilisierung durchspielen; die Grundlagen der Strommessung findest du unter Multimeter.

Praxistipps

  • Spannung und Leistung getrennt prüfen. Der Name verrät bei BZX-Typen die Spannung, die Leistung nur über die Baureihe. Eine BZX84-C5V1 im SOT-23 verträgt rund halb so viel wie eine BZX79-C5V1.
  • Ersatz über die Spannung, nicht über die Nummer. Eine 1N4733A (1 W) lässt sich durch eine BZX85C5V1 (1,3 W) ersetzen, eine BZX79-C5V1 (0,5 W) nur, wenn die Verlustleistung passt.
  • Toleranz im Blick behalten. Für eine Referenz mit ±2 % brauchst du die B-Variante; mit C kann der Wert schon um 5 % abweichen.
  • Bei SMD-Kürzeln immer Hersteller und Gehäuse zusammen nachschlagen. Dasselbe Kürzel bedeutet bei einem anderen Hersteller etwas anderes.

Selbsttest

Was bedeutet BZX55C6V8?

Eine Silizium-Z-Diode der Reihe BZX55 (Glas, 0,5 W) mit 6,8 V und ±5 % Toleranz.

In welchem Bereich darf die Spannung einer BZX79-B12 liegen?

±2 % um 12 V, also zwischen etwa 11,76 V und 12,24 V.

Welche Spannung hat die 1N4744A?

15 V – sie folgt in der Reihe auf 1N4742 (12 V) und 1N4743 (13 V).

Wie erkennst du beim Nachmessen, dass die Z-Spannung höher als die Messspannung ist?

Das Voltmeter zeigt nahezu die volle Versorgungsspannung, weil kaum Strom fließt und am Widerstand fast nichts abfällt.

Warum genügt ein SMD-Kürzel allein nicht, um eine Z-Diode zu bestimmen?

Die Kürzel sind herstellerspezifisch und gelten nur zusammen mit dem Gehäuse; erst die Codetabelle des Herstellers führt zum Typ.