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Kennzeichnung von Dioden

Kathode, Anode und Typ einer Diode erkennen: Kathodenring, LED-Beinchen, SMD-Markierung und die Typbezeichnungen nach JEDEC, Pro Electron und JIS.

5 Min. LesezeitDiodeKathodeAnodeLED

Eine Diode lässt den Strom nur in eine Richtung durch – vom Anodenanschluss zur Kathode. Beim Einbauen ist die Richtung deshalb alles: Falsch herum eingelötet sperrt eine Gleichrichterdiode die Versorgung, eine Schutzdiode schließt sie kurz, eine LED bleibt dunkel. Zum Glück ist die Kathode fast immer markiert. Wie die Diode im Inneren funktioniert, erklärt der pn-Übergang; hier geht es darum, Anschlüsse und Typ am Bauteil zu erkennen.

Der Kathodenring

Bedrahtete Dioden haben einen Ring auf einer Seite des Körpers – bei schwarzen Kunststoffdioden meist grau oder weiß, bei Glasdioden schwarz. Der Ring markiert die Kathode. Das passt zum Schaltzeichen: Der Strich am Ende des Dreiecks ist ebenfalls die Kathode, und der Ring sitzt genau dort, wo im Symbol der Strich steht.

Bedrahtete Diode mit Kathodenring und darunter das passende Schaltzeichen
Der Ring am Körper entspricht dem Strich im Schaltzeichen: beide markieren die Kathode.

Bei SMD-Dioden in Gehäusen wie SOD-123, SMA oder MiniMELF gilt dasselbe: Ein Balken oder ein farbiger Ring auf einer Seite zeigt die Kathode. Bei Dioden in dreibeinigen Gehäusen wie SOT-23 gibt es keinen Ring – dort hilft nur das Datenblatt, weil oft zwei Dioden mit gemeinsamer Anode oder Kathode im Gehäuse stecken. Wie du solche Bauteile identifizierst, steht unter SMD-Codes.

SMD-Dioden SOD-123 und SMA mit Kathodenbalken über dem Diodensymbol
Auch bei SMD-Dioden markiert der Balken die Kathode – hier im SOD-123- und im SMA-Gehäuse.

Leuchtdioden

Bei LEDs gibt es gleich mehrere Merkmale, die nicht alle immer vorhanden sind:

MerkmalAnode (+)Kathode (−)
Beinlänge (neue LED)längerkürzer
Gehäuserandrundabgeflacht
Innenaufbau (meist)kleiner Steggrößerer „Amboss“ mit dem Chip

Der Innenaufbau ist nicht genormt und bei einigen Herstellern umgekehrt; zuverlässiger sind die abgeflachte Seite und das kürzere Bein. Bei SMD-LEDs ist die Markierung uneinheitlich: Manche tragen einen grünen Strich, ein Dreieck oder einen „T“-förmigen Aufdruck auf der Unterseite, und einige Hersteller kennzeichnen damit sogar die Anode. Hier entscheidet ausschließlich das Datenblatt.

Bedrahtete LED mit langem Anodenbein und abgeflachter Kathodenseite
LED: kürzeres Bein und abgeflachter Rand sind die Kathode.
Multimeter im Diodentest an einer Diode, rote Messspitze an der Anode, Anzeige 0,62 V
Diodentest in Durchlassrichtung: Rot an der Anode, Schwarz an der Kathode mit dem Ring – das Gerät zeigt die Flussspannung.

Typbezeichnungen

Der Aufdruck auf dem Körper verrät den Typ. Drei Systeme sind verbreitet:

JEDEC (USA): Dioden beginnen mit 1N, gefolgt von einer Nummer. Die Nummer allein sagt nichts über die Eigenschaften; du musst sie nachschlagen. Bekannte Vertreter sind die 1N4148 (Kleinsignal- und Schaltdiode), die Reihe 1N4001 bis 1N4007 (Gleichrichter für 1 A mit 50 V bis 1000 V Sperrspannung) und die 1N5817 bis 1N5819 (Schottky).

Pro Electron (Europa): Zwei oder drei Buchstaben plus Nummer. Der erste Buchstabe nennt das Material, der zweite die Funktion:

Typbezeichnung BZX55C5V1 in ihre Bestandteile zerlegt
BZX55C5V1: Silizium, Z-Diode, Typnummer X55, Toleranz ± 5 %, Z-Spannung 5,1 V.
BuchstabeBedeutung
A …Germanium
B …Silizium
C …Galliumarsenid und ähnliche Verbindungshalbleiter
R …Verbindungshalbleiter für Fotobauteile (z. B. Cadmiumsulfid)
…AKleinsignaldiode
…BKapazitätsdiode
…ETunneldiode
…XVervielfacherdiode (z. B. Speicherschaltdiode)
…Qstrahlungserzeugend (z. B. LED)
…Pstrahlungsempfindlich (z. B. Fotodiode)
…YGleichrichterdiode
…ZZ-Diode

Bei Z-Dioden kommt die Spannung dazu, mit einem V als Komma: BZX55C5V1 ist eine Silizium-Z-Diode mit 5,1 V; das C steht für ± 5 % Toleranz, ein B wäre ± 2 %.

JIS (Japan): Dioden beginnen mit 1S, Transistoren mit 2S – siehe Kennzeichnung von Transistoren.

Die Ziffern hinter den Buchstaben sind eine laufende Nummer ohne technische Bedeutung – erst das Datenblatt sagt dir Sperrspannung und Strom.

Farbcodes und Kleinstgehäuse

Auf sehr kleinen Glasdioden ist für Klartext kein Platz. Dann trägt der Körper Farbringe mit den Ziffernfarben des Widerstands-Farbcodes (schwarz = 0 bis weiß = 9). Der erste Ring ist breiter als die übrigen und sitzt an der Kathode – er ersetzt also den Kathodenring.

  • JEDEC: Das „1N“ wird weggelassen, die Ringe nennen nur die Ziffern. Eine 1N4148 trägt gelb – braun – gelb – grau.
  • Pro Electron: Der breite erste Ring steht für die ersten beiden Buchstaben (braun = AA, rot = BA), der zweite – falls vorhanden – für den dritten Buchstaben (zum Beispiel schwarz = X, gelb = T, grau = Y, weiß = Z), die folgenden Ringe für die Ziffern. Rot – gelb – … beginnt also mit „BAT“.
Glasdiode 1N4148 mit breitem gelbem Ring an der Kathode und den Ringen braun, gelb, grau
1N4148 im Farbcode: gelb – braun – gelb – grau steht für 4148, der breite erste Ring sitzt an der Kathode.

SMD-Dioden tragen statt der vollen Bezeichnung oft nur einen zwei- bis dreistelligen Code, der von Hersteller zu Hersteller verschieden ist. Ein solcher Code ist nur zusammen mit dem Gehäuse eindeutig – mehr dazu unter SMD-Codes.

Selbsttest

Welcher Anschluss ist bei einer bedrahteten Diode mit Ring die Kathode?

Der Anschluss auf der Seite des Rings – der Ring entspricht dem Strich im Schaltzeichen.

Woran erkennst du die Kathode einer bedrahteten LED, wenn die Beine gekürzt sind?

An der abgeflachten Seite des Gehäuserands.

Was bedeutet BZX55C3V3?

Eine Silizium-Z-Diode mit 3,3 V Z-Spannung und ± 5 % Toleranz.