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Schallpegel: dB(A), Phon und Sone

Schalldruckpegel, A-Bewertung, Lautstärkepegel und Lautheit erklärt – mit Pegeladdition, Abstandsgesetz und Beispielen aus Elektronik und Alltag.

6 Min. LesezeitSchallpegelSchalldruckdB(A)A-Bewertung

Ein Piezosummer auf deiner Platine soll „laut genug“ sein, ein Lüfter im Gehäuse möglichst leise, und ein Mikrofon hat eine Empfindlichkeit, die sich auf einen bestimmten Schalldruck bezieht. Überall begegnen dir dabei Angaben in Dezibel – mit Zusätzen wie dB(A), dB SPL, Phon oder Sone. Sie alle haben mit der Frage zu tun, wie man etwas misst, das unser Ohr über einen gewaltigen Bereich und sehr ungleichmäßig wahrnimmt.

Schalldruck und Schalldruckpegel

Schall ist eine Druckschwankung in der Luft. Der Schalldruck p ist der Effektivwert dieser Schwankung, gemessen in Pascal. Das Ohr ist erstaunlich empfindlich: Bei 1 kHz hört ein junger Mensch schon 20 µPa – das ist etwa ein Fünfmilliardstel des Luftdrucks. Schmerzhaft wird es ab etwa 20 Pa bis 200 Pa. Zwischen beiden liegen sieben Zehnerpotenzen.

Deshalb gibt man den Schalldruckpegel in Dezibel an, bezogen auf die Hörschwelle p0 = 20 µPa. Weil der Schalldruck eine Feldgröße ist, steht der Faktor 20:

Lp = 20 · log10(pp0) dB

Diese Angabe heißt oft auch dB SPL (Sound Pressure Level). 1 Pa entspricht rund 94 dB – auf diesen Wert beziehen sich die Empfindlichkeitsangaben von Mikrofonen.

SchallquelleSchalldruckpegel
Hörschwelle bei 1 kHz0 dB
Blätterrauschen, leises Flüstern20–30 dB
ruhiges Büro40–50 dB
normales Gespräch in 1 mca. 60 dB
Straßenverkehr in einer Stadt70–80 dB
Presslufthammer in einigen Meternca. 100 dB
Rockkonzert vor der Bühne105–115 dB
Schmerzschwelle120–140 dB

Pegel addieren und Abstand

Zwei Schallquellen zusammen sind nicht doppelt so viele Dezibel. Unabhängige Quellen addieren sich über ihre Leistung:

Lges = 10 · log10(10L1 / 10 + 10L2 / 10) dB

Zwei gleich laute Quellen ergeben 3 dB mehr. Ist eine Quelle 10 dB leiser als die andere, erhöht sie den Gesamtpegel nur um 0,4 dB – sie geht praktisch unter.

Diagramm: Pegelzuschlag abhängig von der Pegeldifferenz zweier Quellen
Zuschlag zum lauteren Pegel: 3 dB bei gleich lauten Quellen, nur noch 0,4 dB bei 10 dB Unterschied.

Mit dem Abstand nimmt der Pegel ab. Für eine kleine Quelle im Freien verteilt sich die Schallleistung auf eine immer größere Kugeloberfläche; der Schalldruck sinkt mit 1/r. Jede Verdopplung des Abstands kostet 6 dB, jede Verzehnfachung 20 dB.

Piezosummer mit Schallpegeln in 10 cm, 20 cm und 1 m Abstand
Mit jeder Verdopplung des Abstands sinkt der Pegel um 6 dB, mit jeder Verzehnfachung um 20 dB.

Die A-Bewertung: dB(A)

Das Ohr hört nicht alle Frequenzen gleich gut. Am empfindlichsten ist es zwischen etwa 2 und 5 kHz; tiefe Töne nimmt es bei gleichem Schalldruck viel leiser wahr. Ein Schallpegelmesser soll das nachbilden. Dazu schickt er das Signal durch ein genormtes Filter, die A-Bewertung, die tiefe und sehr hohe Frequenzen abschwächt. Das Ergebnis trägt die Einheit dB(A).

Frequenzgang der A-Bewertung
Die A-Bewertung schwächt tiefe Frequenzen stark ab – so wie das Ohr bei geringer Lautstärke.

Die A-Kurve orientiert sich am Gehör bei eher leisen Geräuschen. Bei sehr lauten Schallereignissen hört das Ohr gleichmäßiger; dafür gibt es die flachere C-Bewertung, dB(C), die etwa für Spitzenpegel verwendet wird. Gesetzliche Grenzwerte, Gerätelärm und Arbeitsschutz werden fast immer in dB(A) angegeben.

Kurven gleicher Lautstärke für 20, 60 und 100 phon über der Frequenz
Kurven gleicher Lautstärke: Tiefe Töne brauchen viel mehr Schalldruck, um gleich laut zu wirken – bei leisen Pegeln besonders.

Für den Gehörschutz am Arbeitsplatz gilt in Deutschland: Ab einem Tagesmittel von 80 dB(A) muss der Arbeitgeber Gehörschutz anbieten, ab 85 dB(A) muss er getragen werden. Dauerhafte Belastung oberhalb dieser Werte schädigt das Gehör unumkehrbar.

Phon und Sone

Die A-Bewertung ist ein Näherungsfilter. Wie laut ein Ton tatsächlich empfunden wird, beschreiben zwei weitere Größen aus der Psychoakustik:

  • Phon ist der Lautstärkepegel. Ein Geräusch hat N phon, wenn es genauso laut empfunden wird wie ein 1-kHz-Ton mit N dB Schalldruckpegel. Bei 1 kHz sind Phon und dB also gleich. Ein 100-Hz-Ton muss dagegen deutlich mehr Schalldruck haben, um gleich laut zu wirken. Die Linien gleicher Lautstärke über der Frequenz heißen Isophonen.
  • Sone ist die Lautheit und bildet das Lautstärkeempfinden linear ab: 2 sone klingen doppelt so laut wie 1 sone. Festgelegt ist 1 sone = 40 phon. Jede Erhöhung um 10 phon verdoppelt die Lautheit:
N = 2(LN - 40) / 10 sone
Diagramm: Lautheit in sone über dem Lautstärkepegel in phon
Jede 10 phon mehr verdoppeln die Lautheit: 40 phon sind 1 sone, 80 phon schon 16 sone.

Die Formel gilt ab etwa 40 phon; darunter fällt die Lautheit schneller ab. Außerdem lassen sich phon und sone nur für einzelne Töne direkt aus einem Pegel ausrechnen. Für ein breitbandiges Geräusch wie das Rauschen eines Lüfters wird die Lautheit aus dem Spektrum berechnet (genormt etwa in DIN 45631) – ein dB(A)-Wert lässt sich nicht einfach in sone umrechnen.

Als grobe Faustregel für das Empfinden: 1 dB Unterschied bemerkst du im direkten Vergleich gerade so, 3 dB hörst du deutlich, und erst rund 10 dB mehr empfindest du als doppelt so laut – obwohl schon 6 dB den Schalldruck verdoppeln.

Selbsttest

Welcher Schalldruckpegel entspricht einem Schalldruck von 2 Pa?

20 · log10(2 Pa / 20 µPa) dB = 20 · log10(100 000) dB = 100 dB.

Zwei Maschinen erzeugen einzeln je 80 dB(A). Wie laut sind beide zusammen?

Etwa 83 dB(A).

Wie viele sone hat ein Geräusch mit 70 phon?

2(70 - 40) / 10 = 23 = 8 sone.