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Rechnen mit dem Ohmschen Gesetz

Übungsaufgaben zum Ohmschen Gesetz mit vollständigem Lösungsweg, den häufigsten Fehlern bei Einheiten und Vorsätzen und Aufgaben in mehreren Schritten.

6 Min. LesezeitOhmsches GesetzÜbungsaufgabenLösungswegRechenfehler

Die Formel U = R · I ist schnell gelernt – wie sie zustande kommt und was die Kennlinie zeigt, erklärt der Artikel Ohmsches Gesetz. Sicher wirst du aber erst durch Üben. Hier findest du ein festes Vorgehen für jede Aufgabe, die Fehler, die in Prüfungen und am Basteltisch am häufigsten passieren, und Aufgaben, bei denen du mehrere Schritte hintereinander rechnen musst.

Ein festes Vorgehen

Ob Klassenarbeit oder Vorwiderstand für die nächste Platine – mit diesen fünf Schritten verrennst du dich nicht:

  1. Gegeben: Alle bekannten Werte mit Einheit notieren.
  2. Gesucht: Welche Größe willst du wissen, und an welchem Bauteil?
  3. Formel: Nach der gesuchten Größe umstellen – erst mit Buchstaben, dann mit Zahlen.
  4. Einsetzen: Werte mit Einheit einsetzen, Vorsätze passend wählen oder in Zehnerpotenzen umwandeln.
  5. Prüfen: Stimmt die Einheit? Ist das Ergebnis plausibel?
Fünf Kästen mit Pfeilen: 1 Gegeben, 2 Gesucht, 3 Formel, 4 Einsetzen, 5 Prüfen
Fünf Schritte in fester Reihenfolge – das Prüfen am Ende gehört immer dazu.

Die häufigsten Fehler

Vorsätze vergessen. Wer 12 V durch „4,7“ teilt statt durch 4700 Ω, bekommt 2,55 A statt 2,55 mA – das Tausendfache. Rechne entweder alles in Grundeinheiten oder nutze passende Paare: V durch kΩ ergibt mA, kΩ mal mA ergibt V. Die Regeln dazu stehen unter Einheitenvorsätze.

Falsch umgestellt. R = I / U ist ein Klassiker. Die Einheitenprobe entlarvt ihn sofort: A/V ist ein Leitwert, kein Widerstand.

Formeldreieck mit U oben sowie R und I unten, darunter die drei umgestellten Formeln
Das Formeldreieck: Halte die gesuchte Größe zu, der Rest zeigt die Rechnung – nebeneinander heißt mal, übereinander heißt geteilt.

Spannung am falschen Bauteil. Das Ohmsche Gesetz gilt für jedes Bauteil einzeln. Die Spannung, die du einsetzt, muss genau an dem Widerstand anliegen, dessen Strom du suchst – nicht die Batteriespannung, wenn noch andere Bauteile im Kreis sind.

Zu früh gerundet. Rundest du ein Zwischenergebnis stark, wandert der Fehler in alle folgenden Schritte. Rechne mit drei bis vier gültigen Stellen weiter und runde erst am Ende.

Übungsaufgaben

Rechne erst selbst, dann vergleiche mit dem Lösungsweg.

Stromkreis mit Batterie, Shunt 0,1 Ω und Motor; ein Voltmeter parallel zum Shunt zeigt 47 mV
Das Voltmeter misst nur die kleine Spannung am Shunt – daraus ergibt sich der Motorstrom.
Rechner

Ohmsches Gesetz und Leistung

Leistung am Widerstand: 180 mW · Eingaben wie „4k7“, „20 mA“ oder „0,5“ sind möglich.

+−R = 450 ΩU = 9 VI = 20 mAUI15 V30 mA09 V20 mASteigung 1/R

Mit dem Rechner kontrollierst du deine Ergebnisse: Gib zwei der drei Größen ein, die dritte wird berechnet. Rechne trotzdem erst von Hand – in der Prüfung und beim Überschlagen am Basteltisch hast du keinen Rechner dabei.

Aufgaben in mehreren Schritten

In echten Schaltungen ist meist nicht direkt gegeben, was du brauchst. Dann rechnest du dich Schritt für Schritt vor: erst den Gesamtwiderstand, dann den Strom, dann die Teilspannungen.

Reihenschaltung aus 12-V-Batterie, R1 = 1 kΩ und R2 = 2,2 kΩ
Reihenschaltung: Durch beide Widerstände fließt derselbe Strom I.
Parallelschaltung aus 9-V-Batterie, 330 Ω und 1 kΩ mit den Strömen I, I₁ und I₂
Parallelschaltung: Beide Widerstände liegen an 9 V, der Gesamtstrom I teilt sich in I₁ und I₂ auf.

Oft hängt an der Rechnung noch eine weitere Frage: Hält das Bauteil das aus? Dafür kombinierst du das Ergebnis mit der Leistung P = U · I. In Aufgabe 5 setzt der 330-Ω-Widerstand 9 V · 27,3 mA ≈ 0,25 W um – ein üblicher 0,25-W-Widerstand wäre damit voll ausgelastet, sicherer ist die nächstgrößere Bauform.

Wie sich solche Teilspannungen gezielt nutzen lassen, zeigt der Spannungsteiler; kompliziertere Netze zerlegst du wie unter Gemischte Schaltungen beschrieben.

Selbsttest

12 V liegen an 4,7 kΩ. Wie groß ist der Strom?

I = 12 V / 4,7 kΩ ≈ 2,55 mA.

Warum darfst du in Aufgabe 4 für U1 nicht die 12 V einsetzen?

An R1 liegt nur ein Teil der Spannung; die 12 V verteilen sich auf beide Widerstände.

Ein Ergebnis lautet „LED-Vorwiderstand 0,22 Ω“. Was ist wahrscheinlich passiert?

Ein Vorsatz wurde vergessen – vermutlich mA als A eingesetzt; richtig wären 220 Ω.